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Peter Zimmermann
 
 

PRESSEMITTEILUNG

Die 20.21 Galerie Edition Kunsthandel GmbH lädt Sie am Freitag, den 10. Dezember 2004, um 19:00 Uhr, zur Eröffnung der Ausstellung Peter Zimmermann, Malerei ein.

Dauer der Ausstellung vom 11. Dezember 2004 bis zum 11. Februar 2005.

Die Bilder von Peter Zimmermann verführen durch die Intensität der Farben und die Makellosigkeit der glänzenden Oberfläche ebenso wie durch die Sinnlichkeit, mit der sich die Farbmaterie über den Bildträger ausbreitet. Schwerelos und keinerlei Abbildlichkeit verpflichtet scheinen freie Formen im Bildraum zu schweben, während das Bild als solches weder seine Materialität noch sein "Gemachtsein", also die konkret geplante (und keineswegs zufällige) ihm zugrundeliegende Ordnung verbirgt. Die ästhetische Wirkung, mit der die Malerei in Erscheinung tritt, und das strenge Bildkonzept stehen in einen Spannungsverhältnis, das die Aufmerksamkeit auf die Frage nach der Entstehung von Bildern richtet.

Den Ausgangspunkt für die von Peter Zimmermann betriebene "Recherche der visuellen Befindlichkeit", wie man seine konzeptuell fundierte Malereiforschung bezeichnen könnte, bildet ein Fundus unterschiedlichster Bildmotive: Statistiken und Schaubilder, aber auch Cover von Kunstkatalogen oder Abbildungen von Fischködern, Fernsehbilder, eigene und fremde Gemälde sind in dem Archiv, das der Künstler auf seinem Computer angelegt hat. Die Arbeit am Bild beginnt auf digitaler Ebene. Die Bilddateien werden mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen so lange verändert bis ein für den Künstler befriedigendes Ergebnis vorliegt. Dieses "virtuelle" Bild wird dann in Malerei übertragen. Je nach Größe und Komplexität direkt oder mit Hilfe von Stanzfolien, werden die Flächen definiert, in welche die Mischung aus Farbpigmenten und Epoxidharz in einem langwierigen Arbeitsprozess gegossen wird.

Die Bildentstehung ist damit in mehrfacher Hinsicht ein Transformationsprozess. Rein formal betrachtet sind es zum einen die Motive - die häufig bis zur Unkenntlichkeit verändert werden und nur in wenigen Fällen Rückschlüsse auf das Ausgangsmotiv zulassen - und zum anderen der Medienwechsel, die Vorbild und finales Gemälde grundsätzlich unterscheiden. Inhaltlich ist die Transformierung aber noch weitaus vielschichtiger: Am Anfang stehen Bilder mit einer konkreten Verweisfunktion. Unabhängig von der inhaltlichen Differenz, die sich auch im Ordnungssystem des Künstlers auf dem Computer niederschlägt, basieren alle archivierten Bilder auf generisch gleich strukturierten Datensätzen. Diese Uniformität des medialen Vokabulars nimmt der Künstler ernst und zugleich als Ausgangspunkt für seine Reflexion über den heutigen Bildbegriff. In dem er zeigt, dass es am Bildschirm möglich ist, die Reproduktion eines Gemäldes von Jackson Pollock mit den gleichen "Bildwerkzeugen" zu behandeln wie eine Statistik über die Bevölkerungsentwicklung in den ärmsten Ländern der Welt, verweist er auf den Realitätsverlust, den die Omnipräsenz der medialen Bilder und die heute ganz selbstverständlich von jedem "User" eingesetzten Technik bedeuten. Solange die Bilder nur auf dem Bildschirm erscheinen bleiben sie auf Grund der Bildwiedergabetechnik ebenso wie auf Grund der Tatsache, dass die Bildbearbeitung immer weitergetrieben werden kann, im "im Fluss". Insofern stellen die Gemälde, die nach den digitalen Vorlagen geschaffen werden, einen Schnitt in der Zeit dar. Ein Zustand wird fixiert, das virtuelle Bild wird zum realen Objekt. In der gleichen Wirklichkeit wie der Betrachter angekommen, einen Raum mit ihm teilend, behaupten sich die Gemälde von Peter Zimmermann als "Istzustände", die gerade dadurch die alte Frage nach Schein und Sein aus einer neuen Perspektive thematisieren.



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