 | PRESSEMITTEILUNG
Cindy Sherman,
geboren 1954 in Glen Ridge, New Jersey, ist mit der Werkgruppe der ,film stills',
die in den Jahren 1977-1980 entstanden als (Photo-)Künstlerin bedeutend und weltberühmt
geworden, nicht zuletzt manifestiert durch den Ankauf der vollständigen Serie
von 69 Photos durch das Museum of Modern Art, New York 1998. Ihre Bedeutung als
,offene Kunstwerke' im Sinne Umberto Ecos zeigt sich auch in der kaum noch zu
überblickenden Deutungsliteratur poststrukturalistischer, dekonstruktivistischer,
psychoanalytischer und feministischer Theoretiker. Cindy Sherman ist die Künstlerin
der 70er Jahre, die mit dem Medium der Photographie als Kunst Ernst gemacht hat.
Neben allen außerbildnerischen Einflüssen (B-Filme, Fernsehserien, Comic, Märchen,
etc.)stehen ihre Photographien als ,Bilder' für sich selbst. Weitere Werkgruppen
wie centerfolds, fashion, disasters, fairy tales, history portraits, molding foods,
sex pictures, etc. sind bis heute entstanden. Die Radikalität der künstlerischen
Strategie Cindy Shermans zeigt sich auch darin, daß sie ihre spezifische Marktsignifikanz
(C. Sh. als Material und Modell) nicht unendlich dekliniert, sondern ihre strukturell
angelegte Exterritorialität im Bild konkret sichtbar werden läßt wie z. B. in
den sex pictures, molding food photos oder den 12 Photos, entstanden 1990-1994
als Serie (# 283-295), die die Galerie 20.21 vorstellt. Es sind Photographien,
die den photographischen Schein abstrakter Malerei, die malerische Potenz der
Photographie selbst zum Thema machen. Ihre Präsentation in der Galerie 20.21 stellt
so etwas wie eine ,Europapremiere' dar; die vollständige Serie war bisher nur
einmal in der Ausstellung ,Body and Soul' im Baltimore Museum of Art 1994 zu sehen.
Begleitet wird die Ausstellung von einer kleinen Auswahl von ,film stills' sowie
2 weiteren Arbeiten aus verschiedenen Werkgruppen. Wolfgang
Schoppmann
Kontakt
| Archiv|
Editionen | Antiquariat
|
Impressum
|