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"Gestern kam ich an dem 100%igen Mädchen vorbei", erzählte ich jemandem.
"Hm", antwortet er, "war sie hübsch?" "Nein, das nicht."
"Also dein Typ."
"Ich weiß es nicht mehr. Ich erinnere mich an nichts. Weder an die Form
ihrer Augen, noch daran, ob sie große oder kleine Brüste hatte."
"Das ist sonderbar."
"Ja, es ist sonderbar."
"Na und", sagte er scheinbar gelangweilt, "hast du was gemacht? Hast
du sie angesprochen, oder bist du ihr nachgelaufen?"
"Nein, nichts. Ich bin einfach an ihr vorbeigegangen."
Haruki Murakami: Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige
Mädchen sah
PRESSEMITTEILUNG
Die 20.21 Galerie
Edition Kunsthandel lädt Sie am Freitag, dem 28. Mai 2004, um 19:00
Uhr, zur Eröffnung der Ausstellung Masahiko Kuwahara Paintings ein.
Die Ausstellung geht vom 29. Mai bis zum 24. Juli 2004.
Aufgewachsen in der Konsum- und Medienwelt Japans setzt sich Kuwahra
(geboren 1959 in Tokio, lebt und arbeitet in Tokio) kritisch mit dem
Materialismus der Gesellschaft Japans auseinander. Inspiriert vom Angebot
japanischer Alltagskultur, die mit Mangas und Anime, Fernsehen, Kino
und Internet ein breites Spektrum bietet, thematisiert er die konsumorientierte
Mentalität des modernen Japans. Anders als bei den Vertretern des japanischen
Neo Pop schlägt Kuwahara eher leise Töne an. Figuren und Fabelwesen,
die sich auf Kuwaharas Gemälden befinden, sind entsprechend der japanischen
Auffassung von Zeichnung meist mit zartem Farbauftrag dargestellt.
Zu sehen ist in den Kabinetten der Galerie eine Auswahl von ca. 12 Ölbildern
kleinerer und mittlerer Formate aus den neueren Serien "Vacant lot",
"Land development" und "Melting", in denen Kuwahara neben Landschaftsportraits
junge Mädchen darstellt, die sich am Schönheitsideal der westlichen
Magazinwelt orientieren. Leicht bekleidet mit Schlüpfern, blondiert
und mit vergrößerten Augen, stellen sich die kindlichen Frauen in aufreizender
Pose dem Betrachter dar. Die Mädchen wirken hierbei allerdings nicht
offensiv und selbstbewusst, sondern eher verletzlich und oft melancholisch.
Parallel dazu zeigen wir in der Halle der Galerie ca. 6 - 8 großformatige
Gemälde und Zeichnungen der Künstlerin Nicky Hoberman (1967 in Südafrika
geboren, lebt und arbeitet in London).
Dominique Jagusch
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