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A World out of Joint Zeitgenössische Kunst aus Japan Eine Ausstellung mit Werken von: Jun Hasegawa Masahiko Kuwahara Takashi Murakami Miki Nitadori Hiroshi Sugito PRESSEMITTEILUNG "Japan ist anders
anders". Das Thema der Erzählung "Mokusei!" von Cees Noteboom ist
die Erfahrung der Fremdheit, die der junge holländische Fotograf Arnold
Pessers trotz der Liebe und gerade in ihr in Japan macht. Immer wieder
geht es um die Erwartungshaltung des Europäers, der nach Japan kommt,
und die Unmöglichkeit, die im Kopf vorgefertigten Bilder in Überein- Unter dem Titel "A World out of Joint" präsentiert die Galerie 20.21 in Essen erstmals Positionen der zeitgenössischen japanischen Kunst und ermöglicht damit einen Einblick in eine Kunstszene, deren Vielschichtigkeit und Innovationskraft bisher in Europa, trotz großer Erfolge in den U.S.A., noch kaum bekannt ist. Mit der Wahl von drei in Japan lebenden Künstlern und zwei Künstlerinnen, die in London und Paris eine zweite Heimat gefunden haben, wurden bewusst unterschiedliche Positionen ausgewählt, um das weite Spektrum zu verdeutlichen, das von einer strategisch wohl kalkulierten Bezugnahme auf den internationalen Zeitgeist bis zur völligen Verweigerung gegenüber dem Mainstream und einem Beharren auf einer Subjektivität der Wahrnehmung reicht. Gemeinsam ist allen vorgestellten Werken eine ganz eigene und vielleicht für das europäische Auge überraschende Auseinandersetzung mit dem, was heute "Wirklichkeit" bedeutet oder bedeuten könnte. Diagnostiziert der Titel, dass die Welt aus dem Lot geraten ist, so lassen sich die ausgewählten Werke (Malerei und Fotoarbeiten) als subjektive Stellungnahmen dazu lesen. Von Takashi Murakami,
dessen erste Solo-show in Europa in der Fondation Cartier pour l'art
contemporain in Paris im Sommer diesen Jahres für Furore sorgte (ab
Dezember in der Serpentine Gallery in London), sind in der Ausstellung
zwei großformatige Gemälde zu sehen. "Magic Ball (positive)" und "Magic
Ball (negative), beides 7-teilige Werke mit einer Länge von über sechs
Metern, veranschaulichen nicht nur die virtuose handwerkliche Fertigkeit,
mit der Gemälde in der "Hiropon Factory" entstehen, sondern verdeutlichen
gerade auch durch ihre "Doppeldeutigkeit" - beide Male handelt es sich
um den "gleichen" Bild(Welt)entwurf nur in unterschiedlicher Farbstellung
- , die Bedeutung, die dem Prinzip von Variation und Wiederholung im
Werk von Murakami beige- Die in London lebende
Malerin Jun Hasegawa (geboren 1969 in Mie, Japan) bevorzugt als
Grundlage ihres Samplings Motive aus der Welt der Magazine. Die jungen
Protagon- In ihrer malerischen
Formulierung geradezu als Gegenentwurf zur präzis geplanten, klarfarbigen
und die Flächigkeit betonenden Malerei Hasegawas und Murakamis erscheinen
die Werke von Masahiko Kuwahara und Hiroshi Sugito. Von Masahiko
Kuwahara (geboren 1959 in Tokio) zeigt die Ausstellung Gemälde aus den
vergangenen sieben Jahren, in denen die Paradoxie des Seins durch eine
immer weitere Reduktion der Farbigkeit und eine offene Pinselsprache
immer weiter voran getrieben wird. Meist bestimmt eher ein ungläubiges
Staunen den Wirklichkeitsbezug, das in den - häufig in Serien entwickelten
- Arbeiten durch einen Grenzgang zwischen Realitäts- Bedrohliche Stille kennzeichnet auch die Gemälde von Hiroshi Sugito (geboren 1970 in Nagoya), in denen gerade der leere Raum, der das in Miniaturgröße gehaltene, phantastische Geschehen umgibt, eine surreale Atmosphäre schafft. Sugito verbindet den während seines Nihonga-Studiums erlernten fein lasierenden Farbauftrag, die Offenheit des Bildraums und die fast freskohafte Trockenheit der Oberfläche in seinen Arbeiten mit einem zeichnerischen Malstil und einer zeichenhaften - manchmal in ihrer extremen Reduktion an Kinderzeichnungen erinnernden - Bildsprache. Die Berge und Meere, die Häuser und Bäume scheinen in einem Zustand der Schwerelosigkeit zu verharren. Das Raum-Zeit-Kontinuum ist außer Kraft gesetzt. Es gibt kein woher oder wohin, sondern nur ein hier, das sich jeder Verortung entzieht. Zum ersten Mal in Deutschland sind in der Ausstellung "A World out of Joint" die Fotoarbeiten der in Paris lebenden Künstlerin Miki Nitadori (geboren 1971 in Tokio) zu sehen. Der Fokus ihrer stark autobiographisch geprägten Werke liegt auf einer fast malerischen Formulierung, die sie durch Überblendungen, Collagierungen und Bildmanipulationen erreicht. Die ungewöhnliche Kraft der Arbeiten von Miki Nitadori liegt in ihrer Fähigkeit, den Betrachter die Komplexität der Arbeiten erst auf den zweiten Blick wahrnehmen zu lassen, während in der ersten Konfrontation die Emotionalität der Farbsprache und die Schönheit der spielerischen Leichtigkeit ihn in seinen Bann ziehen. Margrit Brehm Kontakt | Archiv|Editionen | Antiquariat | Impressum
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